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Trennungsunterhalt


Sie sind verheiratet, leben mit Ihrem Ehegatten (und den Kindern) zusammen, tragen sich mit Trennungsabsichten und stellen sich die Frage: Kann ich es mir leisten, mich von meinem Ehegatten zu trennen, wie viel Geld werde ich zum Leben haben?

Diese Frage beantwortet § 1361 BGB, diese Vorschrift regelt den Unterhalt bei Getrenntleben. Demnach hat der Ehegatte, der über kein oder nur geringes Einkommen verfügt, gegenüber dem anderen Ehegatten, der mehr Geld hat, einen Anspruch auf Bezahlung von monatlichem Unterhalt. Zeitlich begrenzt ist dieser Trennungsunterhaltsanspruch auf den Zeitraum ab der Trennung bis zur Rechtskraft der Scheidung. Für die Zeit nach der Scheidung wird der nacheheliche Unterhalt anderweitig beurteilt und geregelt.

Der Trennungsunterhaltsanspruch wird damit begründet, dass die Ehegatten noch nicht geschieden sind und noch nicht feststeht, ob nicht doch noch eine Versöhnung der Ehegatten erfolgt. Der finanziell schwächere Ehegatte soll für eine gewisse Zeit vor nachteiligen Veränderungen der ehelichen Verhältnisse geschützt werden. Der unterhaltsberechtigte Ehegatte soll durch den Trennungsunterhalt die Möglichkeit erhalten, den bisherigen ehelichen Lebensstandard - soweit es geht - beizubehalten. Daher muss der Ehegatte, der bisher nicht oder nur teilzeitbeschäftigt war, sich nicht sofort nach der Trennung um eine Arbeit bemühen oder die bisherige Arbeitszeit ausweiten.

Die konkrete Berechnung des Trennungsunterhaltsanspruches ist von jedem Einzelfall abhängig. Grundsätzlich kann man festhalten, dass sich die Höhe des Unterhaltsanspruches nach den Lebensverhältnissen der Ehegatten während der Dauer der Ehe richtet.

Vereinfacht berechnet erhält der Ehegatte, der kein Einkommen hat, von dem anderen Ehegatten 3/7 dessen (bereinigten) Nettoeinkommens (z. B. der Ehemann verdient 2.000,00 €, hiervon erhält die Ehefrau, die kein eigenes einkommen hat, 3/7, sprich 857,00 €). Sind beide Ehegatten berufstätig, werden von dem Einkommen jedes Ehegatten 5 Prozent für berufsbedingte Aufwendungen abgezogen (und eventuell zu leistender Kindesunterhalt); dem finanziell schwächeren Ehegatten steht sodann die Hälfte der Differenz beider Einkommen zu (z. B. der Ehemann verdient bereinigt 2.000,00 €, die Ehefrau 1.400,00 €, die Differenz beträgt 600,00 €, hiervon erhält die Ehefrau die Hälfte, sprich 300,00 €).

Eine konkrete Berechnung sollte ein Rechtsanwalt vornehmen. Denn es sind im Einzelfall oft zahlreiche Details zu berücksichtigen, so z. B. die Frage, ob ein Ehegatte ehebedingte Schulden tilgt oder ob dem Ehegatten, der zahlen muss, selbst noch genug Geld zum Leben verbleicht (der sogenannte Selbstbehalt; in der Regel müssen dem Ehegatten mindestens 890,00 € verbleiben).

Finanzielle Hilfen - Trennungsunterhalt


Die Geltendmachung von Trennungsunterhalt ist oft mit Kosten z. B. für einen Rechtsanwalt oder das Gericht verbunden. Solche Kosten können durch die Staatskasse übernommen werden, wenn Sie arm sind, es kann in solch einem Fall Beratungshilfe (für den aussergerichtlichen Bereich) oder Prozeßkostenhilfe (für ein gerichtliches Verfahren) gewährt werden. Ist Ihr Ehegatte ausreichend vermögend, kann von diesem sogar ein sogenannter Prozeßkostenvorschuß gefordert werden, um die Kosten der Geltendmachung von Unterhalt bezahlen zu können. Über die konkreten Möglichkeiten dieser finanziellen Hilfen kann Sie Ihr Rechtsanwalt beraten, da wiederum die finanziellen Verhältnisse im Einzelfall zu berücksichtigen sind.

Autor:
Wolfgang Pasch, Rechtsanwalt









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